Der Mann Gottes

Benedikt von Nursia


Der Marienaltar der Pfarrkirche zeigt zu Füßen der Gottesmutter Maria zwei kniende Heilige, die anbetend ihren Blick zum Jesuskind erheben. Es sind dies der hl. Benedikt und seine Schwester, die hl. Scholastika. Beide erinnern daran, dass die Pfarre Rabenstein eine zum Benediktinerstift Göttweig gehörende Stiftspfarre ist.


Tausende - Mönche und Nonnen, Frauen und Männer - auf der ganzen Welt gestalten heute ihr Leben nach der Regel des hl. Benedikt und lassen sich durch deren Spiritualität formen, sowohl in den Klöstern, als auch in Beruf und Familie, als Manager oder als Hausfrau.

Benedikt (lateinisch: der Gesegnete) wurde um das Jahr 480 in Nursia, dem heutigen Norcia in Italien, geboren. Als Sohn wohlhabender Eltern wurde er zum Studium nach Rom geschickt. Doch schon bald verspürte er in sich die Berufung zum Mönchtum. So verließ der junge Benedikt Rom wieder und schloß sich einige Zeit einer Asketengemeinschaft an, um sich dann für drei Jahre als Einsiedler in eine Höhle bei Subiaco (75 km östl. von Rom) zurückzuziehen. Bald schon versammelten sich Mönche um ihn, die er auf zwölf kleine Klöster aufteilte, die unter seiner Leitung standen. Später zog er von dort mit einigen Mönchen auf den Montecassino, wo er ein Kloster errichtete, das zur Wiege des abendländischen Mönchtums werden sollte.

Hier vollendete er seine Mönchsregel, die sogenannte Regel des hl. Benedikt, eine Art Kurzfassung des Evangeliums, die das Zusammenleben der Mönche im Kloster regelt.
Die Benediktusregel fasziniert durch ihre Ausgewogenheit, Weite und Klugheit was die Menschenführung betrifft, und will zu einem maßvollen Leben unter der Führung des Evangeliums anleiten. In den letzten Jahren entdecken vermehrt Personalmanager die Qualität dieser bis heute unverändert gebliebenen Regel. Sie wird gerne mit dem Wort "ora et labora/ bete und arbeite" charakterisiert, doch gehört auch das "lege" dazu, d. h. die geistliche Lesung, die im klösterlichen Leben nicht fehlen darf.

Benedikt starb der Überlieferung nach im Jahr 547 auf dem Montacassino, wo sein Grab in der heutigen Klosterkirche besucht werden kann.

Papst Paul VI. ernannte den hl. Benedikt, den Vater des abendländischen Mönchtums, 1964 zum Patron Europas.

 

Bilder: Bettina Daxböck