Die Kirche Christi sei eine einladende Kirche

Eine Kirche der offenen Türen.

Eine wärmende, mütterliche Kirche.

Ein Kirche der Generationen.
Eine Kirche der Toten, der Lebenden und der Ungeborenen.

Ein Kirche derer, die vor uns waren, die mit
uns sind, und die nach uns kommen werden.

Eine Kirche des Verstehens und Mitfühlens, des Mitdenkens,
des Mitfreuens und Mitleidens.

Eine Kirche, die mit den Menschen lacht und die mit den Menschen weint.

Eine Kirche, der nichts fremd ist und nicht fremd tut.

Eine menschliche Kirche, eine Kirche für uns.

Eine Kirche, die wie eine Mutter auf ihre Kinder warten kann.

Eine Kirche, die ihre Kinder sucht und die ihnen nachgeht.

Eine Kirche, die die Menschen dort aufsucht, wo sie sind:
bei der Arbeit und beim Vergnügen, beim Fabrikstor
und auf dem Fußballplatz, in den vier Wänden des Hauses.

Eine Kirche der festlichen Tage und eine Kirche des täglichen Kleinkrams.

Eine Kirche, die nicht verhandelt und feilscht,
die nicht Bedingungen stellt oder Vorleistungen verlangt.

Eine Kirche, die nicht politisiert.

Eine Kirche, die nicht moralisiert.

Eine Kirche, die nicht Wohlverhaltenszeugnisse verlangt oder ausstellt.

Eine Kirche der Kleinen, der Armen und Erfolglosen,
Mühseligen und Gescheiterten - im Leben, im Beruf, in der Ehe.

Eine Kirche derer, die im Schatten stehen, der Weinenden, der Trauernden.

Eine Kirche der Würdigen, aber auch der Unwürdigen,
der Heiligen, aber auch der Sünder.

Eine Kirche - nicht der frommen Sprüche,
sondern der stillen, helfenden Tat.

Eine Kirche des Volkes.

Kardinal König