Leseprobe

Kardinal König - aus dem Leben eines Seelsorgers"
Erinnerungsband zum 100. Geburtstag
von Roman Daxböck, Rabenstein

Aus den Anfängen - Kindheit und Volksschulzeit
Die Lebensgeschichte von Kardinal König nahm hier ihren Ausgang. Das Bild zeigt das Geburtshaus in Warth 11, in dem Franz König am 3. August 1905 als Kind der Bauersleute Franz und Maria König geboren wurde.
Da sich die Liegenschaft König - vulgo "Steiner" in Warth - im Gemeindegebiet Rabenstein befindet und zur Pfarre Rabenstein gehört, ließen die Eltern den neugeborenen Buben auch am 5. August 1905 in der Pfarrkirche Rabenstein auf den Namen Franz taufen. Der ursprünglich zwischen Hochaltar und Marienaltar aufgestellte Taufbrunnen aus dem Jahr 1820 wurde während der Generalsanierung der Kirche ebenfalls erneuert und erhielt seinen neuen Platz im rechten Seitenschiff.
Die Darstellung der Taufe Jesu am Brunnendeckel fiel einem Kunstdiebstahl zum Opfer.

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Dr. Franz König wird Priester
Bei aller akademischer Bildung blieb der eigentliche Grund des Romaufenthaltes von Franz König seine Vorbereitung auf das Leben als Priester. Schon jetzt zeigte sich eine Stärke von ihm, die ihn sein ganzes Leben als Seelsorger auszeichnete: die Zuwendung an die Menschen.
Denn obwohl im fernen Ron, brachen die Kontakte zur Heimat nicht ab, so zur Ordensfrau Sr. Magdalena Maria Adamovich. Um deren Befinden besorgt und in Dankbarkeit zugetan, wandte sich am 10. 9. 1933 Dr. König, am "Vorabend" seines Priesetertums, mit folgenden Zeilen an sie:
"Recht herzliche Glückwünsche und Gottes Segen zum Namenstag! Ich hoffe es dann bei meinem ersten Gedenken beim hl. Opfer noch kräftiger nachholen zu können. Ich erwarte, dass der Landaufenthalt deine Gesundheit wieder ganz hergestellt hat. Mit herzlichen Grüßen verbleibe in Dankb. Franz"
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Dr. Franz König wird Bischof von St. Pölten ...
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Der Erfahrungsaustausch mit dem Dekanatsklerus und die Besprechung wichtiger Fragen der Seelsorge konnte auf diese Weise unmittelbar erfolgen. Auch hier ist deutlich erkennbar: Ein Bischof ist zugleich Seelsorger.
Immer gestalteten sich die Feiern der Firmung zu einem Fest für den ganzen Ort, wie das auch in Rabenstein am 4. Mai 1954 der Fall war.

Im Frühlingsschmucke prangen lieblich
des Heimattales Gefilde heut,
vom Turm der Kirche töntet freudig
des Glockendreiklang´s Festgeläut.

In Freud´ und Ehrfurcht Euch zu grüßen
ist heute meine frohe Pflicht,
im Namen aller sag´ "Grüß Gott" ich,
den Gruß der Heimat, treu und schlicht.

Mit diesem Gedicht aus der Feder des Gemeindearztes Dr. Stolz, der zugleich Obmann des Pfarrkirchenrates war, wurde der Bischof-Koadjutor von St. Pölten willkommen geheißen.
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Kardinal König - Ein Seelsorger in Pension?
Um es vorweg zu nehmen: "Ein Priester geht nie in Pension!" war sein entschiedenes Lebensmotto auch in der Zeitspanne, die man Dr. Königs Altersabschnitt bezeichnen könnte.
Das Alter aber schien bei ihm irgendwie ausgeklammert worden zu sein, denn als mit 80 Jahren des Kardinals Rücktrittsersuchen von Papst Johannes Paul II. angenommen wurde, begann für ihn keineswegs der so genannte "Ruhestand". Sein Terminkalender blieb voll wie zu Zeiten, als er noch die Erzdiözese Wien leitete.

Die Kirche Christi ... ein Vermächtnis