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Spirituelle
Wahrnehmung und Erfahrung sakraler Räume
(vgl. Judith Gaab und Gisela v. Borries-Kegel)

Die schwere Tür fällt langsam ins Schloss. Ein heller Raum,
eine ganz andere Welt umfängt mich. Der Schritt verlangsamt sich.
In der Stille höre ich mein eigenes Herz, es pulsiert noch im schnellen
Rhythmus des Alltags.
Mit dem Eintreten in den Kirchenraum wird der Rhythmus unterbrochen. Ich
tauche in eine andere Sinnwelt, in einen Raum, der nichts von einem will,
der nichts verkauft, nichts fordert.
Das Übertreten dieser Schwelle unterbricht, irritiert, sensibilisiert
für einen Raum, der einen zugleich zu sich und auch über sich
hinausführen möchte.
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Von den Anfängen
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Die Feier zum 700-jährigen Bestand der Pfarre Rabenstein am 19. Juni
1983 hatte eine Lilienfelder Urkunde aus dem Jahr 1283 zur Grundlage.
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Doch neues Leben
blühte aus den Ruinen und es entstand die heutige Kirche im spätgotischen
Stil als dreischiffige Staffelkirche, die sich in darin kennzeichnenden
Spitzwölbungen und gotischen Spitzfenstern präsentiert; das
Presbyterium überragt an Höhe den gesamten Kirchenraum. Stiltypisch
weist die Apsis der Kirche (Chorabschluss des Langhauses) einen 5/8-Schluss
auf, während die niedrigeren um ein Drittel schmäleren Seitenschiffe
mit einem 3/8-Schluss mit Spitzbogenarkaden in das Hauptschiff eingebunden
sind.
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Das Ölgemälde
zeigt das Martyrium des Hl. Laurentius und diente von 1755 bis 1901 als
Hochaltarbild, ehe es im rechten Seitenschiff der Kirche angebracht wurde;
dessen Herkunft vom berühmten Barockmaler Daniel Gran ist nicht verbürgt.
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1781 wurde ein
neues Kirchenpflaster gelegt.
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In den letzten
beiden Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts findet, was Zuwendungen an die
Pfarre betrifft, immer häufiger der Name Amalia Naller Erwähnung.
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Da sie ihr gesamtes
Vermögen der Kirche hinterließ, wurden für die Pfarre
nicht nur die Zuteilung eines zweiten Priesters ab 1894, sondern auch
eine im gleichen Jahr begonnene umfassende Renovierung möglich.
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Das seltene Fest
des 50-jährigen Priesterjubiläums feierte am 22. Dezember 1917
Pfarrer P. Albert Faber, der mit 38 Jahren seines Wirkens der am längsten
in Rabenstein amtierende Priester war und 1925 die Pfarre verließ.
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Im gleichen Jahr
trat auch Pater Paulus Müllner sein Amt als Pfarrer von Rabenstein
an, der bereits 1976 als Kaplan hierher berufen wurde und viele Akzente
pfarrlichen Lebens setzte.
Schon 1974/75 kam es zur Neuerrichtung des Pfarrhofes, die im Gefolge
auch äußerliche Veränderungen um und an der Kirche mit
sich brachten. Dazu zählten Sakristei und Aufbahrungskapelle, welche
am 1. November 1982 ihrer Bestimmung zugeführt werden konnte. Ihre
Glasfenster schuf der berühmte St. Pöltner Künstler Robert
Herfert, sie gehörten einst zur Hauskapelle des Priesterseminars
in Seitenstetten.

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...und neuem
Glanz
Inhaltlich würde sich der Kreis mit dem eingangs Gesagten schließen,
ist doch die chronologische Darstellung wieder am Ausgangspunkt des 700
Jahre-Jubiläums der Pfarre angelangt. Doch die Geschehnisse in ihr
entwickelten sich weiter und die Zeit hinterließ Spuren an Institution,
Menschen und Gebäuden.
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Kirchenrenovierung
2004 eine Erfolgsgeschichte
Am 19. April waren um 7 Uhr morgens 22 Mann gestellt um mit dem Ausräumen
der Kirche zu beginnen. Was man für eine Woche an Arbeit berechnet
hatte, gelang an einem Tag: Nach einer Arbeitsleistung von etwas mehr
als 150 Stunden hatte sämtliches Inventar einen neuen Aufbewahrungsort
gefunden. Der ORF hielt fest, wie P. Christian Gimbel und Bgm. Ing. Kurt
Wittmann die erste Bank entfernten, auch der Einzug der ersten
neuen am 4. Oktober wurde dokumentiert. Ein Teil des Gestühls hat
schon ein neues Zuhause gefunden in der Kapelle des Rabensteiner Westerndorfes
am Greenhorn Hill.

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Ab der zweiten
Augusthälfte setzten Zug um Zug die Fertigungsarbeiten ein: Chorboden
mit Leistenumlauf, Montage sämtlicher Beleuchtungskörper und
Ausführung anstehender Elektroarbeiten. Als Schutz vor Holzwurmbefall
wurden Mitte September sämtliche Holzteile mittels Gas behandelt.
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Am 17. Oktober
2004 hielt die Gemeinschaft der Gläubigen mit einem Festgottesdienst,
den Abtpräses Dr. Clemens Lashofer und P. Christian Gimbel in Konzelebration
mit vielen anderen Patres feierten, Einzug in ihrer neuen
Kirche.
Nichts hätte die Freude dieses Tages besser aufzeigen können
als die Kleine Festmesse von Ernst Tittel, das Ave Verum
von W. A. Mozart und das Halleluja von G. F. Händel,
welche vom Kirchenchor unter Direktor Peter Hütthaler zu den Klängen
der Orgel und mit Orchesterbegleitung zu Gehör gebracht wurden.
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Archäologische
Untersuchungen in der Pfarrkirche Rabenstein
2004 (Anhang)
Im Zuge der umfangreichen Innenrenovierung der Pfarrkirche Rabenstein
im Frühjahr und Sommer 2004 wurde auch der gesamte Fußboden
der Kirche erneuert. Trotz der relativ geringen Tiefe der Bodeneingriffe
wurden einige archäologisch relevante Objekte freigelegt, worauf
die Abteilung Bodendenkmale des Bundesdenkmalamtes den Verein ,Archäologie
Service, mit der Dokumentation des Befundes beauftragte, stellt
Mag. Nikolaus Hofer in seinem Abschlussbericht fest.
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Grab 1 befand
sich an zentraler Stelle zwischen den östlichsten Säulen des
Langhauses. Als Motive des Sargdeckels sind ein doppelarmiges Kreuz, darunter
ein goldener Kelch zu erkennen.

Der Bestattete war mit einem Rosenkranz (Holzperlen, Weihemedaillon aus
Buntmetall), einem Holzkreuz mit Bronzebeschlägen sowie mit einem
auf Stoff gemalten Bildnis des Heiligen Anastasius ausgestattet, das auf
einem Band um den Hals getragen wurde. Wegen der reichhaltigen Beigaben
und des aufwändig bemalten Sargdeckels könnte es sich um eine
Priesterbestattung handeln; aus archäologischen Vergleichsfällen
ist bekannt, dass Priester nicht immer mit Blickrichtung Westen beigesetzt
wurden. Möglicherweise handelt es sich hierbei um ein Grab mit dem
Eintrag im Diözesanarchiv vom September 1683: Am 18 dato ist
Herr Pandaleonis Recher ihro wohl: Ehrw: Herrn Pfarrer in Gronau (Grünau?)
gewester Herr Walter, in der Schur allhie gestorben, Undt in die Kirchen
begraben worden, bey 89 Jahr alt.
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